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Heimatloser Hundesportverein
Mietvertrag für Platz am Deich läuft Ende März aus / Verein verärgert über "geringe Wertschätzung"
Habenhausen. Auch wenn sich diese Rasse wahrscheinlich eher selten auf ihrem Platz tummelt: Die Mitglieder des Hundesportvereins (HSV) Bremen-Habenhausen stehen da wie die sprichwörtlich begossenen Pudel. Am 30. März läuft der Mietvertrag für ihr Vereinsgelände am Bunnsackerweg aus. Ersatz haben die Hundeliebhaber bislang noch nicht gefunden.
Dort, wo seit 50 Jahren Hunde ausgebildet und trainiert werden, sollen ab April die Kicker des Habenhauser Fußballvereins auf Torejagd gehen. Weil das Gelände der Ballsportler der Bebauung des Habenhauser Deichs zum Opfer fällt, sollen sie auf die Fläche des Hundesportvereins ausweichen.
Bereits Mitte 2007 wurde dem HSV von ihrer Vermieterin, der swb, der Gestattungsvertrag für das Gelände gekündigt. Seitdem hat sich der Verein darum bemüht, die vertrackte Situation zu lösen. "Wir können nicht zufrieden sein", fasst Dirk Quade das Ergebnis mehrerer Gesprächsrunden zusammen. Am runden Tisch saßen unter anderem Vertreter des Fußballvereins, der Sportbehörde, der swb und der "Rausch Wohnbau", Bauträger des "Deichland"-Projekts .
Zwar wurde den Hundeliebhabern von Seiten der swb und von der Baufirma ein Angebot für einen Ausweichplatz gemacht. Aber eins mit einen Pferdefuß, erklärt Dirk Quade, Vereinsmitglied und Leiter der Arbeitsgruppe "Hundesportplatz". Der Platz am Korbhauser Weg sei für den Verein nicht geeignet. "Er hatte keinen Wasser- und Stromanschluss und lag teilweise unter Wasser", sagt Quade. Außerdem sei er zu teuer gewesen. Rund 160000 Euro hätte man investieren müssen, um das Grundstück für den Hundeverein nutzbar zu machen, so der HSV-Vertreter. Trotz der Ausgleichszahlungen, die der Hundesportverein von der swb, dem Fußballverein und der Firma Rausch erhalten habe, hätten über 40000 Euro gefehlt, rechnet Quade vor.
Er ist vor allem darüber enttäuscht, dass die Suche nach einem neuen Quartier aus seiner Sicht nicht ernsthaft genug betrieben wurde. Es sei doch selbstverständlich, dass ein Verein einen Platz mit Wasser- und Stromanschluss benötige. Auch, dass den Hundesportlern ein zu teures und zu großes Gelände angeboten wurde, wurmt ihn. Die "misslungenen und halbherzigen Vermittlungsversuche" zeugen nach den Worte Quades von geringer Wertschätzung für die Hundesportler. Außerdem könne er nicht verstehen, dass der Fußballverein bevorzugt behandelt werde. Der Hundesportverein sei für Habenhausen sehr wichtig. Schließlich sei man mit 130 Mitgliedern der viertgrößte Verein seiner Art im Weser-Ems-Land.
Bis zum Ablauf des Mietvertrages sind es gerade noch drei Wochen. Alle Bemühungen, ein geeignetes Ausweichquartier zu finden, sind bislang fehlgeschlagen. Dass bis Ende März ein neues Gelände gefunden wird, scheint unwahrscheinlich. "Wir bleiben solange hier, bis wir etwas Neues haben", gibt sich Dirk Quade trotzdem kämpferisch.